6. Station

 
Osterfeuer im Lungau

OSTERBRÄUCHE IM LUNGAU

Schon in der vorchristlichen Zeit entzündete man zu Ehren der Göttin Ostara Feuer und huldigte ihr mit einem eigenen Lichtfest. Im Jahre 739 berichtete der hl. Bonifaz über die Osterfeuer der Germanen, deren Brauchtum er mit großem Eifer auszurotten versuchte. Von dieser Zeit an weihte die Kirche das Osterfeuer und gab ihm damit ein christliches Gepräge. Der Brauch der Osterfeuer blieb somit bis heute erhalten. Der Lungau ist für seine Osterfeuer bekannt. Meist werden diese in Blockbauweise gezimmert oder große Staudenhaufen aufgeschlichtet. Die ganze Dorfjugend hilft bei diesem Frühlingsbrauch zusammen, um wieder ein besonders prächtiges Osterfeuer zu errichten.

Historisches zum Lungauer Osterfeuer

An diese Lungauer Osterfeuer knüpft auch folgende, angeblich wahre Begebenheit: Als im Jahre 1797 die Franzosen den Lungau heimsuchten, waren sie von den Böller-schüssen und den lodernden Oster feuern auf den Anhöhen am Karsamstag der maßen überrascht, dass sie sich von allen Seiten von Feinden umringt und eingekesselt glaubten. Hals über Kopf ergriffen sie die Flucht

Palmbuschen und Palmbesen

Seit dem 7. Jahrhundert sind Palmprozesssionen am Palmsonntag belegt. Sie verbinden den nachempfundenen Einzug Jesu Christi in Jerusalem. Die kirchliche Segnung der Zweige ist seit dem 9. Jahrhundert in Europa nachzuweisen. Aus den ursprünglichen Huldigungszweigen wurden in Mitteleuropa durch populäre Aus­deutung „Segenszweige“. Als „Palmen“ wurden im Lungau die Zweige der Salweide mit ihren Palmkätzchen verwendet. Bis in die 1960er-Jahre trugen nur Hoferben die großen Buschen zur Kirche, Männer hatten oft nur einen Zweig am Hut und Frauen und Mädchen ein kleines Handbüscherl. Heute tragen die Palm buschen vor allem Buben und junge Burschen.

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BODEN UND LANDWIRTSCHAFT

Die Industrialisierung der Wirtschaft im 19. Jahrhundert hatte mit einer zeitlichen Verzögerung auch die Landwirtschaft erfasst. Neben den Erträgen sind leider auch die Boden- und Umweltbelastungen angestiegen. Zu viel Mineraldünger, zu viele Pestizide, zu schwere Maschinen, die Ausräumung der Kulturlandschaft und Bodenerosion bilden die unübersehbare Rückseite der Medaille des Fortschritts.
Im Bundesland Salzburg konnte durch eine fundierte landwirtschaftliche Ausbildung und gezielte Förderungen eine Trendumkehr zu einer umweltschonenden Landbewirtschaftung eingeleitet werden. Mittlerweile wird die Hälfte der Betriebe und Flächen biologisch bewirtschaftet. Durch den Einsatz von hofeigenen Wirtschaftsdüngern und den Verzicht auf Pestizide werden Boden und Grundwasser geschont.

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